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 Hundeerfahrungen - Off Topic z.Hd. Dragonqueen

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der Verr
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BeitragThema: Hundeerfahrungen - Off Topic z.Hd. Dragonqueen   Fr Nov 07 2008, 10:08

Ich hab leider keinen Button für PM gefunden und wollt mich einfach mal außerhalb des Forums über Hunde unterhalten ( Deine Nickergänzung weist auf eine Hundebesitzerin hin) ...
Einige "Gesellen" (Hunde) scheinen mir von anhieb freundlich gesinnt zu sein. Auch erlebte ich fast menschliche Züge oder einfach nur eine unerklärliche Zuneigung ...
Das wollt ich einfach mal erzählen! ...

Zu Beginn (das ist nun gut weit über 25 Jahre her) gabs da mal einen ... (wie nennt man die Rasse? Kniehoch, vom Fell wie ein Golden Retriver nur in schwarz) - dieser mit kleinem, weißen Lätzchen am Hals ... der "Racker" ... ach der Racker, was für ein liebes Tier !!! Er freuhte sich unbändig, wenn ich als Steppke zum Nachbarn kahm. Nun hatte der auch einen giftigen Hahn auf dem Hof aber Racker beschützte mich! Immer mit geschärftem Blick ging er immer zwischen mir und dem Hahn! Auf dem Bauerntregger saß er immer neben mir (nicht neben seinem Herrchen) und wir freuhten uns gegenseitig, wenn wir uns sahen! ... Racker hatte einen Bruder, den Fipps, dessen Gesicht einem Spitz ähnelte. Fipps war äußerst gefährlich und hat selbst ein sich überschätzendes Mädel einer Tierärztin damals zum Gipsarm gebissen. Einmal mußt ich über die Wiese und es gab keinen anderen Weg. Und da war dieser Fipps und von seinem Herrchen keine Spur. Fipps erblickte mich, legte seine Ohren zurück und bläckte die Zähne ... mir rutschte das Herz in die Hose und Fipps setzte gerade an - und stoppte seinen Sprung im Loswetzen -> Racker war plötzlich über den fast zwei Meter hohen Zaun des Gehöfts gesprungen und stellte sich zwischen mir und Fipps. Beide beäugten sich und Racker machte mir den Weg frei. Was mich bis heute brührt ist: die beiden haben sich nicht angegriffen (es waren ja Brüder) aber der Racker hat für mich Partei ergriffen, selbst vor seinem Bruder! ...

Ein anderes Erlebnis zu einem Hund erzählt von der "Charly". Meine (alten) Vermieter hatten sie einjährig aus einem Tierheim aufgenommen. Charly war wunderlich! Sie mochte es überhaupt nicht, wenn man sie im Hätschelton ansprach : ( "ja wo iss sie denn, die gute?" ) Charly war bissig aber wie ein Mensch der sagt: das wollt ich nicht! . Sie kuschelte und genoß das Streicheln und aus heiterem Himmel biss sie plötzlich zur streichelnden Hand. Gleich darauf vor den Füßen sich unzufrieden jaulend im Kreis drehend und den Kopf kuschelnd auf meine Beine legend mit allerliebsten Blick ... "na dann komm!" und sie sprang Nähe suchend auf den Schoß ... bis sie erneut biss ... Ganz hart nun (es tat mir echt weh) aber: "Nein! Du hast mich beißen wollen! Jetzt ab !!!" ... und dann kroch sie genau unter meinen Sitz, jammernd aber auch sich keinen anderen Platz suchend. Sie wollt einfach in meiner Nähe bleiben! ...
Nun wurd Charly auch mal schwanger und brachte eine kleine Teufelsbande hervor. Ich selbst wohnte zu der Zeit genau neben der Wohnstube der Vermieter. Die warn an dem Tag grad außer Haus und ein Radau und Gekleffe der übermütigen Kleinen. Oft rief ich aus dem Bette: "Ruhe da!" und irgendwann kochte ich! ... Ab nach neben an und herrschte in den Raum: "Was ist hier los?" Nach allen Seiten stoben die kleinen Frechdachse auseinander ... nur Charly nicht! Die stolzierte watschelnd mit hoch erhobener Nase neben mir - ganz als wollte sie sagen: Iiiiihch hab ja nix gemacht! ... dieses Bild hat mich regelrecht fastziniert. Ich erzählte tags darauf meinen Vermietern und die sagten: Ja! Daas ist Charly !!! Aber wirklich war: Wie eine Diva auf dem roten Teppich! Iiihch war das ja nich !!! Diiie war echt genial !!!! ...
In jüngster Zeit bring ich meine neuen Vermieter (bereits seit gut 4 Jahren) in Verwunderung. ... ein Yorshirterrierweibchen ... die Cindy, liebt mich abgöttisch! Die Vermieter sagen: Das macht sie bei keinem anderen! Aus meiner Sicht ist es einfach: ich hab die kleine gern aber die kleine schleppt dann ihren Tennisball herbei und schmeißt in vor die Füße und mautzt fast (sie weiß, daß ich den Tennisball schwer greifen kann) und dann schleppt sie einen kleinen Teddy an und genießt das fighten um diesen Teddy! Nur leider kann ich nicht so lang gebückt bleiben, weil ich extrem an Sodbrennen leide und es mich fast buchstäblich verbrennt ... das hat die kleine spitz gekriegt und hopst nun auf meinen Schoß um sich wenigstens streicheln zu lassen und dabei die Gelegenheit wahr zu nehmen um "Küsschen" zu geben! Sie schaut mich dann an, weil ich dann zurückweiche, legt ihr Köpchen auf die Vorderläufe und schnauft zufrieden aus, daß sie auf meinen Schoß sitzt! -> die kleine ist echt putzig !!! Ist Herrchen mit ihr für eine Stunde "tingeln"gegangen, herrscht erst mal eine Wiedersehensfreude als hätten wir uns um Jahre nicht gesehen! Völlig aufgelöst und am ganzen Leib zitternd wird erstmal geschnuffelt und jaulzend begrüßt und manchmal erscheint es mir, als erzähle sie mir von ihren Erlebnissen da draußen! ... Cindy nimmt zudem "Leckerli" von mir an! Das ist völlig abstrus für meine Vermieter! ... die kleine mag mich einfach! ...
Nun hatt ich mal kürzlich das Erlebnis zu einem (mir als Freund) vertrauten ... sagen wir mal: Müll der Gesellschaft -> zu dem ich mich auch zähle ... der hat einen respekteinflößenden großen "Tobben" (Rüde) und der schnuffelte und fands Streicheln herrlich! Der freuht sich wie die Cindy ... und der kann so richtig giftig knurren, wenn ihm was nicht koscher erscheint! Da kriegt man echt respekt bei !!! ...

Mich wundert der offensichtlich herzliche Empfang der Tiere! Ich mach doch nichts anderes als in meiner Umgebung -> aber die Menschen kippen volle Aschenbecher über mein Haupt, wärend die Tiere meine Furcht unterwandern und sich als Freund anbieten! ... Das macht mich nachdenklich! ... manchmal im Leben schwitzte ich vor aufblühender Angst eines bitter böse knurrenden Hundes! Und dieser, als ahnte er es, dreht sich kurz um und winselt fast beruhigend, wärend er sich erneut in seine beargwöhnte Richtung konzentriert und zu knurren beginnt. ...

Was macht mich anders, daß Tiere mich mögen ???
Ich verstehe das nicht !!! Oder sehe ich was, das unreal ist? (Tiere, die ich nicht mag, die mögen auch mich nicht! ) Nehmen wir einen "Fleischerhund" , einen Boxer. Da hab ich Angst vor (Todesangst) und den will ich nicht streicheln und der ist einfach gefährlich und obendrein häßlich! ... und ein Boxer würd mich in der Luft zerreißen, weil ich ihn kränke! ... ist das die Erklärung ???

Das würd mich von den Erfahrungen einer Hundebesitzerin interressieren!


einfach eine Anfrage! ...

der Verrückte
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Dragonqueen
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BeitragThema: Re: Hundeerfahrungen - Off Topic z.Hd. Dragonqueen   Fr Nov 07 2008, 14:52

Hallo Verrückter,

nett, daß du dich auf diese Weise bei mir meldest.

Du solltest mal einen Roman schreiben - das Lesen macht Spaß und fesselt. Man kann sich in die Situationen, die du schilderst, richtig hineinversetzen.

Ja, was du schreibst, kann ich nur bestätigen. Nach meiner Erfahrung haben Hunde einen besseren Zugang zu ihren "Sinnen" - besonders zur Intuition. Sie spüren einfach, wie du drauf bist, ob du krank bist, oder böse oder zum Spielen aufgelegt. Sie tun ja auch nichts anderes als 24 Stunden am Tag dich zu "lesen" ... jede noch so kleine deiner Gesten wahrzunehmen 8und sei es nur das Hochziehen einer Augenbraue) und sie zu deuten. Um uns Menschen besser zu verstehen. Dann eins haben alle Hunde gemeinsam: sie wollen uns gefallen, sie wollen gelobt und belohnt werden (wie wir Menschen doch letzten Endes auch).

Die Antwort auf deine Frage nach dem tieferen Sinn solcher Beziehungen, wie du sie beschreibst, ist vielleicht in der Vergangenheit der Hunde zu suchen:

In der Geschichte der Menschheit hat es nur 2 Tierarten gegeben, denen gestattet wurde, mit den Menschen unter einem Dach zu leben: Hund und Katze. Alle anderen "Haustiere" wurden in separaten Räumen oder hinter Gittern oder Glas gehalten.
Die Beziehung zwischen Hund und Mensch ist seit Urzeiten durch einen "Vertrag" mit spezifischen Abmachungen geregelt. Leider wurde dieser Pakt nur allzu häufig gebrochen, und zwar hauptsächlich von uns Menschen. Der Gedanke mag ernüchternd sein, aber Hunde und Katzen sind im allgemeinen loyaler, vertrauenswürdiger und verläßlicher als Menschen. Nur selten wenden sie sich gegen uns, laufen weg oder lassen uns im Stich. Wenn das geschieht, ist in den meisten Fällen menschliche Dummheit oder Grausamkeit schuld daran. Die Tiere halten sich unerschütterlich an das in grauer Vorzeit mit dem Menschen getroffene Abkommen und beschämen uns mit ihrer Unbeirrbarkeit.

Der Vertrag, den Mensch und Hund geschlossen haben, ist mehr als 10.000 Jahre alt. Wäre er in schriftlicher Form fixiert, könnte man dort wohl nachlesen, daß der Hund sich verpflichtet hat, bestimmte Aufgaben für den Menschen zu übernehmen, und daß er als Gegenleistung Nahrung und Wasser, Schutz, liebevolle Aufnahme und Fürsorge erhält. Die Forderungen, die an ihn gestellt werden, sind ja auch vielfältig:
er soll Haus und Hof bewachen, den Menschen vor Gefahr beschützen, als Jagdgefährte oder Schlittenhund dienen oder Schädlinge fernhalten. Auch für Spezlialaufgaben ist er hervorragend geeignet. Er hat gelernt, Vogeleier zu apportieren, ohne die Schale zu zerbrechen, Trüffel zu suchen, Drogen aufzuspüren, Blinde zu führen, Menschen aufzufinden, die unter Lawinen begraben wurden, flüchtige Verbrecher zu verfolgen, an Weltraum-Expeditionen und Hunderennen teilzunehmen oder im Film oder Zurkus aufzutreten. Meiner z.B. "arbeitet" als Therapiehund für behinderte Kinder. Dafür habe ich ihn 2 Jahre lang intensiv ausgebildet.

Nicht selten wurde und wird die Treue der Hunde (wiederum durch uns Menschen) zu barbarischen Zwecken mißbraucht. Einige Menschen sehen ein sadistisches Vergnügen darin oder können ihre perversen Überlegenheitsansprüche nicht anders ausdrücken, als den Gegner zu verstümmeln oder zu töten. Und weil das so einfach geht, besorgen sie sich von skrupellosen Züchtern eigens zu diesem Zweck gekreuzte Rassen, die sie dann zu gefährlichen Kampfmaschinen dressieren. Diese perversen Formen menschlichen Machtanspruchs sind zwar heute für illegal erklärt, aber noch immer nicht ganz abgeschafft worden.

Ich hoffe, ich konnte deinen Gedanken und Empfindungen für Hunde damit noch eine weitere Dimension hinzufügen...

Herzlichst, Dragon
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der Verr
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BeitragThema: Re: Hundeerfahrungen - Off Topic z.Hd. Dragonqueen   So Nov 09 2008, 03:23

Perversionen ganz anderer Art sind mir leider auch bekannt und auch folgende seltsame Konstellationen.

In meinem Leben lief nicht immer alles reibungslos ab und ich kahm so auch einmal in die Situation der Obdachlosigkeit. Zugewiesen wurd ich einer regional-ländlichen Obdachlosenunterkunft - ein Bauernhaus, das für ca. 350.000,- EUR restauriert und modernisiert wurde. Der erste Eindruck jedoch: Fast alle Türen dieses Hauses waren aufgebrochen oder eingetreten. Die dort eingewiesenen waren zumeißt nicht da, flüchteten im Sommer in leerstehende Hütten oder schlupten bei befreundeten in Gartenlauben unter. Nur einer war da. Nennen wir ihn Herrn Meier. Ein dickbäuchiger, tätovierter Mann (besonders abstrakt; er hatte sich auf Linie der Wimpern einen Strich tätovieren lassen) . "Das es mir keinen Ärger giebt" gemahnte der Amtsbegleiter ... Wie ich noch erfahren sollte, hatte dieser Mann etwas ansich ... hmh ... ich würds als Ergötzung an Schadenfreude definieren. Je mehr jemand ihn fürchtete um so mehr quälte er aber immer in Bedacht, sein Opfer nicht restlos kaputt zu machen, denn es war ja schließlich sein Spielzeug. Er wußte auch, daß er Oberhand hatte, denn das Amt wußte nicht, wohin mit ihm also duldete man ihn (und fürchtete ihn wohl auch, denn mit dem war echt nicht gut Kirschen essen) . Mir gegen über hat er begrüßend sich erstmal halb tod gelacht, weil sein Rüde-Schäferhund sich in unserem (meiner seits ängstlichen) Gespräch mir die Bude vollpisste. Das fand der toll und umsomehr als das ich darauf nicht einging (was hätt ich auch tun solln, der Hund war wie ein Bär für seine Rasse) ...
Da gabs aber auch noch ein Weibchen dazu, die Tina. (äußerst bissig aber nur zum Anfang und mich wunderts nicht, was ich gesehen habe ... würg) ...
Da greift dieser Herr Meier der Hündin ums Maul und sie beginnt zu winseln und zu klagen, weil ihre Zunge zwischen den Zähnen steckt. Und immer fester wird sein Griff wärend er in Engelsstimme auf sie einredete, was die gute "Wrante" denn hätte und och ja, die Gute - und noch fester drückt! Mir blutete das Herz und ich konnte nichts machen! Der Mann hätte ein leichtes Spiel gehabt mich umzubringen und er hätte ohne nachzudenken, keine Sekunde gewartet, wenn ich auch nur gewagt hätte, zu widersprechen! Seither trage ich in anderer Situation auf allen Backenzähnen Krohnen, die er mir wie Nieten durch einen einzigen Kinnhaken zertrümmerte. Kurz davor hatte ich noch eine Waffe, deren Existenz ein überängstlicher gebrochener Mann an Herrn Meier verriet ... und die Polizei! Ach mensch vergiss es! Das sind alle samt Strumpfhosenhelden a la "ich mach ja nur meinen Job und will keinen Ärger!" ... ach, geh mir los !!! Die sind doch nur waffenstrotzend beim Milchtrinker da um ihn zu belehren, das zu viel nicht gut sei aber in solchen Fällen sind sie wie die Kakelaken in der Küche, wenn mans Licht anmacht! FEIGLINGE !!!
Nun wars dem Amt nach hin und her gelungen dem Herrn Meier eine Wohnung zu vermitteln (so wirds anscheinend in dieser Gesellschaft gemacht! Man muß nur eklig genug sein!) und er hinterließ die Tina mit 11 Welpen. Das Amt bat mich verlegen, ob ich mich drumm kümmern würde. ...

Tina lebte wärend dieserZeit regelrecht auf und freuhte sich unbändig, wenn ich kam. (am ersten Tag hätt sich mich wie gesagt am liebsten todgebissen) .
Ich hab sie - entgegen der Weisung - nicht am Tag im Stall gelassen sondern sie hinten auf der Wiese mit ihren Jungen herrumtollen lassen und auch so manch mal einen sich im hohen Gras verlaufenden Welpen zurückgeholt. ...
Eines Abends ein unbändiges Gejaule aus dem Stall und mehrmals ging ich rüber um beruhigend nach dem rechten zu schauen.
Es muß etwa 10 abends gewesen sein, da vernehm ich an der Tür (Haustür) ein Kratzen. Tina davor (ausgebrochen) und einen Welpen im Maul. Legt in vor meine Füße, rennt zurück, holt den nächsten ... beim dritten begreifend ging ich ihr nach (gebrachte saßen brav im Flur und äugten mir nach) ... Tina bellte kurz ins Gemenge und die ganze Trubelbande folgte mir auf Schritt und Tritt. ... "Ja gut, dann bleibt ihr heut Nacht bei mir aber daß mir das ja nicht zur Gewohnheit wird!" faselte ich noch zur Tina und dem Knäul aus Fell und Hundebabys.
Ganz ruhig und zufrieden legte sich Tina also in meinem Zimmer auf die bereitgelegte Decke und man hörte nur das leise Glucksen der Babys um sie herrum.
Am nächsten Morgen waren alle Hühner im daneben gelegenen Stall tod! Jetzt begriff ich, was die vorabendliche Aktion zu bedeuten hatte. Sie hat einfach ihre Babys beschützen wollen und sie mir anvertraut! ...
Es ist doch ein abstraktes Bild! Tina war eine Hündin, die sich nicht die Wurst vom Brot hat nehmen lassen (außerhalb der Quälereien des Herrn Meier) . Die war befähigt, mich aus dem Stand herraus zu zerfleischen ... stattdessen schleppte sie mir ihre verletzlichste Seite (ihre Babys) vor die Füße. ...
Sie erinnert mich sehr stark an diesen grimmigen Indiander aus "Der mit dem Wolf tanzt" Zuerst mürrisch und böse dreinblickend und dann rufend vom Felsen stehend! ...
Das hat mich sehr tief berührt!

der Verrückte
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BeitragThema: Re: Hundeerfahrungen - Off Topic z.Hd. Dragonqueen   Di Nov 11 2008, 00:07

ich bin mit tieren aufgewachsen. wir hatten zwar keinen bauernhof oder so, aber ich und meine 3 geschwister hatten immer irgendein haustier.
meinen eigenen hund jedoch bekam ich weit weg von zuhause.

mitte 2006 hab ich meinen alten job hingeschmissen und mich entschlossen wieder die schulbank zu drücken. ein jahr später hatte ich meine fachhochschulreife nachgeholt und eine enorme neue berufliche herrausforderung. diese sollte ich aber erst zum januar 2008 antreten, da ich mir für eine herrausforderung ganz anderer art dazwischen noch ein halbes jahr freigehalten hatte.

am 20. juli 2007 landete ich via lagos (nigeria) in accra, der hauptstadt ghanas, an der westafrikanischen küste.
im gepäck hatte ich nen haufen bargeld, nen haufen arbeit und nen haufen spannung auf das was mich erwarten würde!
nach zwei wochen in accra machte ich mich mit dem priester der gemeinde, die mein ziel im nord-westen des landes sein sollte, auf die 14 stündige fahrt in eine mir völlig fremde welt.

ich verbrachte nur wenige tage in dem hauptort der gemeinde, bevor ich mich mit einem pick-up voller utensilien zum (über-)leben ca 30 km jenseits befestigter strassen in richtung grenze begab, in deren nähe der ort meiner tätigkeit lag, und gleichzeitig meine heimat für die folgenden monate.

bis hierher war ich zwar alleine in einem fremden land, aber nie einsam! immer umgeben von menschen die ich zwar noch nicht persönlich kannte, aber mit dem projekt und der person zu tun hatten, die alles ermöglicht hatte.
es würde jetzt den rahmen sprengen und nebenbei auch off-topic werden, alle einzelheiten zu erläutern, daher hier und hier kurz links für ganz neugierige Very Happy

jedenfalls war es auf eben dieser holprigen "strasse", dass wir auf halber strecke einen kurzen stop in einem kleinen dorf einlegten. ich wusste erst nicht warum, aber als ich das lächeln auf dem gesicht meines begleiters sah, als ich interessiert eine kleine horde junger welpen beim spielen unterm mango-baum zusah, beschlich mich so ein gefühl^^.

und tatsächlich, kurze zeit später hielt ich einen knuffigen, kleinen aber gut-genährten hündchen auf dem arm während wir unsere reise fortsetzten.
dieses kleine ding bekam den namen lucky und war ein typischer west-afrikanischer hund - für mich sahen die irgendwie alle gleich aus, bis auf das fell-muster - mit braunem, glatten fell und weißen pfoten und einer weißen schwanz-spitze.
zu beginn konnte ich nicht ahnen, wie sehr mir dieser "kläffer" in zukunft ans herz wachsen sollte.

die erste nacht war die hölle! ich wollte den hund zwar nicht in meinem raum schlafen lassen, aber auch nicht nach draussen schicken. zumal gerade regenzeit war und es in dieser ersten nacht wie aus eimern goss!
also machte ich ihm eine, den gegebenheiten entspechende, kuschlige ecke in einem anderen raum des, bis dato noch unbewohnten missionshauses, zurecht.
ich hab kein auge zugemacht! der hund hat die ganze nacht gejault was die kleine lunge hergab^^
vier mal bin ich aufgestanden, der sicherheit meines moskitonetzes entwichen, hab die taschenlampe angeworfen (solaranlage war ausgefallen, was öfters vorkommen sollte, wie ich später bemerkte), und rüber um das kleine wollknäuel zu trösten, dass tatsächlich viel mehr angst und sorgen ausstand als sein neues herrchen, welches ja eigentlich andere gründe haben sollte warum es kein auge zumachen konnte Wink

erst später wurde mir klar, dass es eben dieser hund war, verletzlich und ängstlich, der mir alle ängste vor der unbekannten neuen welt nahm, n die ich mich begeben hatte!

mit jedem tag wurde lucky zutraulicher und glücklicher. und ich hatte auch dank seiner gesellschaft einen tollen einstieg in eine der schönsten zeiten meines bisherigen lebens.
morgens weckte er mich, damit ich ihn rauslassen und er mit seinem besten freund, dem nachbarshund in gleichem alter^^, spielen konnte. dann begleitete er mich zur klinik, wo ich mit der arbeit begann. er lag im hohen graß und sah mir zu, wie ich mit den jungen leuten des dorfes schweißteibend den graben für die wasserleitung vorrantrieb, und er lag neben mir, wenn ich abends unter den beeindruckensten sternenhimmeln mit meinen neuen freunden "relativ kaltes" guinness genoss!
kurzum, er begleitete mich überall hin und wurde ein treuer freund!

nach einigen wochen erarbeitete sich lucky, durch seine freche, liebenswürdige art, und all den eigenarten, die ich als europäer so meinem hund zuteil kommen lies, aber von vielen einheimishcen erstaunt belächelt wurden (hunde baden, ein körpchen und vor allem "streicheln", waren doch sehr verwunderlich für manch einen, dessen hund ihm bei der jagd helfen oder den hof verteidigen sollte), den status des berühmtesten hundes der ganzen region! Very Happy
nasadoe baa (der hund des weißen^^)

es war eine wirklich schöne zeit, und trotz vieler probleme, die mir der kleine racker während dieser zeit bereitete, hab ich ihn sehr in herz geschlossen!
so kam es denn, dass meine zeit in ghana dem ende nahte. mein guter freund und nachbar, dessen hund blessen schon seit beginn luckys bester freund war, war auch genau die person in dessen hände ich lucky ruhigen gewissens geben konnte.

doch so sollte es nicht kommen...und in diesem jahr, als ich für einen monat zurückkehren und meinen urlaub dort verbringen konnte, war es mir leider nicht vergönnt, zu erfahren, ob lucky mich nach den neun monaten wiedererkennen würde...

es war im dezember, eine woche bevor ich zurückfliegen sollte, dass lucky abends nicht von der klinik, wo wir den tag verbrachten und das wasser endlich noch zum fliessen brachten, nach hause kam...ich fuhr mit dem motorrad zurück und fand lucky unter einer bank liegen. er schien müde und ich brachte ihn nach hause, wo er das essen verweigerte.
am nächsten tag ließ ich ihn beim haus, damit er sich ausruhen konnte.
als ich jedoch am nachmittag von der klinik zurückkam, lag er im sand und konnte sich kaum noch rühren.
ich trug ihn ins haus und legte ihn auf eine decke. es dauerte schrecklich lange. und immer wieder erzitterte lucky's körper unter den letzten verzweifelten atemzügen.

ich hab ihn dort hinter dem haus begraben.

lange zeit war ich nicht mehr so traurig gewesen.
doch auch heute noch bin ich froh, während dieser aussergewöhnlichen zeit, diesen tollen freund an meiner seite gehabt zu haben.

huch...is doch länger geworden als geplant Wink
aber wenn es hier schon einen thread über hunde gibt, wollte ich meinen hund doch auch eben hier erwähnt haben Basketball
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